Christian Thonke
Wer von Euch immer noch nicht weiß, was er sich wünschen soll, anbei eine Empfehlungsliste für spannende Lektüre mit dem gewissen Etwas für Politik-Freaks (das Buch von Andreas, Conny und Walter erwähne ich jetzt nicht noch einmal extra):
„Lustrum“ (auf Deutsch „Titan“) von Robert Harris – herrlich spannendes Buch über Ciceros Jahr als Konsul in der römischen Republik. Mit dabei alte Bekannte dargestellt in ihrem (nicht immer angenehmen) politischen Profil: Cäsar, Crassus, Pompeius und natürlich Cato. Klingt nach fader Geschichte, ist aber genauso gut wie der „Vorgänger“ „Imperium“.
„Libra“ von Don DeLillo ist zwar nicht mehr neu (aus den 90ern), dafür aber für alle Anhänger der politischen Verschwörungstheorie rund um JFKs Ermordung in Dallas ein „Must“.
Keine Romane, aber trotzdem gut:
„Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“: Spiegel-Autor Jan Fleischhauer beschreibt höchst vergnüglich wie ein Hamburger aus traditionell „linkem“ Haus die Emanzipation hin zu einem konservativen Weltbild geschafft hat. Top!
„Unser Kampf. 1968“: Wer sich letztes Jahr zurzeit des 68er-Jubiläums extra keine Bücher zu dem Thema kaufen wollte, könnte dies nun tun: Der deutsche Historiker und Ex-68er Götz Aly wirft einen „irritierten Blick“ auf sich selbst und die Ereignisse von 68 zurück. Absolut lesenswert.
„Der geheime Krieg: Verrat, Spionage und moderne Fiktion“: Wer nach Libra noch nicht genug vom Geheimdienst-Wesen, Verrat und Spionage hat, der kann sich mit dem Buch der deutschen Germanistin Eva Horn in die Strukturen des geheimen Krieges einweihen lassen – geschildert anhand literarischer Werke von der Antike und Shakespeare bis eben DeLillo und Jon Le Carré (Immer noch gut: „Der Spion, der aus der Kälte kam“)
Listen sind ja so schön, weil sie Manches einschließen und Vieles ausschließen. Wer also etwas für Listen übrig hat, der kann sich Umberto Ecos neuesten Schmöcker „Die unendliche Liste“ so wie ich unter den Weihnachtsbaum legen lassen.